Learnings vom #WTFBerlin17

Was passiert, wenn hunderte junge (u35) Kommunikatoren im Prenzlauer Berg zusammenkommen? Nun, ein lockeres Rätselraten über die Zukunft der Branche. Man nennt es ein Festival, das erste seiner Art, bzw. genauer das „We Transform Communication Festival“. Ich war für die i22 dabei und das sind meine Learnings.

1. Ratlosigkeit

Dirk von Gehlen hat es mit der Eröffnungs-Keynote auf den Punkt gebracht: Die Kommunikatoren sind überfordert. Die Empfänger sind überfordert. Wir wissen nicht, was funktioniert und was nicht. Wir müssen spielerisch alles Mögliche probieren und jedes Unternehmen muss seine eigene Lösung finden.

Ich stimme zu. Eine Sache kommt mir dabei aber zu kurz: Mut und Fokus. Wer den Mut findet, auch „Nein“ zu den zahlreichen Möglichkeiten zu sagen und mit Laser-Fokus nur ausgewählte Kanäle und Formate einsetzt, spart Ressourcen und zeigt mehr Profil. Mut zur Lücke!

Keynote von Dirk von Gehlen, Leiter SocialMedia bei der SZ.

2. Haltung zeigen

In erster Linie geht es bei jedem Unternehmen um Profit. Keine Frage. Für den Erfolg braucht man auch heute noch möglichst hohe Aufmerksamkeit, ein starkes Produkt und bessere Preise als die Konkurrenz. Soweit, so alt.

Die Digitalisierung macht Unternehmen allerdings immer austauschbarer. Der andere Anbieter ist nur einen Klick entfernt, der Wechsel ist für Kunden meist ein Klacks.

Wer heute noch ernstgenommen werden möchte und nachhaltig Nutzer an sich bindet, muss Haltung zeigen. Unternehmen müssen eine weitreichendere Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Sie müsse zeigen, dass sie für etwas stehen, was über das eigentliche Business hinausgeht. Das kann der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern, der Umwelt, der aktuellen Politik, der Konkurrenz oder was auch immer sein. Wir müssen Unternehmen Werte und Haltung geben, denn sie spielen in der Gesellschaft eine wichtigere Rolle als einfach nur Profitanhäufung.

3. Influencer vs. Mitarbeiter

Der WWF schickt YouTuber in die Savanne, Muschda Sherzada von AboutYou findet Influencer super (ist auch immerhin das Geschäftsmodell von AboutYou) und Sascha Pallenberg bestreitet jegliche Authentizität der YouTube und Instagram-Sternchen.

Wer ist also der bessere Botschafter für eine Marke? Die heutigen Stars der Teens, die unglaublich stark engagierte Followerschaften mit sich bringen? Oder doch die Mitarbeiter eines Unternehmens, deren Reichweite meist völlig unterschätzt wird?

Ich glaube, die Social-Media-Influencer sind gekommen um zu bleiben. Das ist kein Hype, das wird eine konstante Macht im Werbemarkt bleiben. It-Girls gibt es schon seit 100 Jahren, die neumodischen Influencer sind nur eine perfektionierte Variante davon. Es sind die professionalisierten Werbe-Bitches der heutigen Zeit.

Screen aus der Präsentation von Melanie Gömmel.

Allerdings sind Mitarbeiter langfristig die wesentlich stärkeren Botschafter. Sie sind authentischer: Influencer werben heute für deine und morgen für eine andere Marke, Mitarbeiter haben ein echtes Commitment für ein Unternehmen. Sie haben Fachwissen, das nicht künstlich angelernt ist, sondern aus ihrer täglichen Arbeit kommt. Für Unternehmen selbst ist es aber wesentlich schwieriger die Mitarbeiter zu aktivieren. Eine gelungene Kommunikation direkt aus den Reihen der Kollegschaft? Das kostet viel Arbeit, Zeit und birgt natürlich auch ein gewisses Risiko.

4. Powerpoint-Trends

Großflächige Emojis. Egal, ob es wirklich Sinn ergibt oder auch nicht. Gerne auch jede Menge GIFs, die vom Inhalt ablenken. Aber keine Sorge, die guten alten Slides mit CD und Stock-Photos gibt es immer noch ¯\_(ツ)_/¯.